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<title>Nation Micmac de Gespeg</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Nation Micmac de Gespeg</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Bei der <b>Nation Micmac de Gespeg</b> handelt es sich um eine der <a href="First_Nations" title="First Nations">First Nations</a> oder Premières Nations der <a href="Kanada" title="Kanada">kanadischen</a> Provinz <a href="Qu%C3%A9bec" title="Québec">Québec</a>. Sie gehören zu den <a href="Mi%E2%80%99kmaq" title="Mi’kmaq">Mi’kmaq</a>, einer <a href="Indianer" title="Indianer">indianischen</a> Gruppe im Nordosten der <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> und im Südosten Kanadas. Auf der Gaspé-Halbinsel leben sie spätestens seit dem 16. Jahrhundert, ihre Missionierung erfolgte am Ende des dritten Viertels des 17. Jahrhunderts durch <a href="Franziskaner-Rekollekten" title="Franziskaner-Rekollekten">Franziskaner-Rekollekten</a>. Sie erhielten kein Reservat und leben daher in <a href="Montr%C3%A9al" class="mw-redirect" title="Montréal">Montréal</a> und Gespeg. Als Angehörige des Stammes erkennt das zuständige Ministerium knapp 530 Menschen an. Die Mi’kmaq nennen ihr traditionelles Territorium Mi’gma’gi, die Gespeg lebten im siebenten Distrikt, der den Namen Gespegeoag trägt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Die Mi’kmaq von Gespeg siedelten sich im 16. Jahrhundert im Osten der <a href="Gasp%C3%A9-Halbinsel" class="mw-redirect" title="Gaspé-Halbinsel">Gaspé-Halbinsel</a> am <a href="Sankt-Lorenz-Golf" title="Sankt-Lorenz-Golf">Sankt-Lorenz-Golf</a> an. Sie waren eine der drei Mi’kmaq-Gruppen in der Region. Zu ihren Grundlebensmitteln gehörten der <a href="Atlantischer_Lachs" title="Atlantischer Lachs">Atlantische Lachs</a>, <a href="Amerikanischer_Hummer" title="Amerikanischer Hummer">Hummer</a>, <a href="Garnele" title="Garnele">Garnelen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mission_durch_Rekollekten">Mission durch Rekollekten</h3></div>
<p>Um 1675 standen die Einwohner des Dorfes Gespeg bereits seit mehreren Jahrzehnten mit den Franzosen der Region in Kontakt. Um diese Zeit begann der Rekollektenpriester Chrestien Le Clercq (1655 – nach 1700) aus <a href="Flandern" title="Flandern">Flandern</a> bei den örtlichen <a href="Mi%E2%80%99kmaq" title="Mi’kmaq">Mi’kmaq</a> zu missionieren. Zwar war er wenig erfolgreich, doch hinterließ er eine Beschreibung der Verhältnisse, die er angetroffen hatte.
</p><p>1675 wurde er für die Mission in Kanada bestimmt. Aus seinem wahrscheinlichen Geburtsort <a href="Bapaume" title="Bapaume">Bapaume</a> begleitete ihn Emmanuel Jumeau. Am 27. Oktober erreichte er <a href="Perc%C3%A9" title="Percé">Percé</a> auf der Gaspé-Halbinsel. Dort hatten 1672 Hilarion Guénin und Exupère Dethunes mit der Mission begonnen. Le Clercq ging zu den Mi’kmaq, die er „Gaspésiens“ nannte. Er hatte ihre Sprache nur ein wenig gelernt, war aber schon bald in der Lage, ein Wörterbuch zu verfassen, das spätere Missionare unterstützen sollte. Er ging 1676 zu den Mi’kmaq von Restigouche, dann nach Nipisiguit (Bathurst (New Brunswick)|Bathurst). Anfang 1677 ging er nach Miramichi nahe <a href="Chatham_(New_Brunswick)" title="Chatham (New Brunswick)">Chatham</a>. Dabei wäre er beinahe verhungert und erfroren, hätten ihn nicht Mi’kmaq gerettet, die Kreuze auf ihrer Kleidung trugen, eine Erscheinung, über die die Rekollekten verschiedene Mutmaßungen anstellten. Le Clercq nannte sie einfach ‚Porte-Croix‘ (‚Kreuzträger‘) – nach heutiger Kenntnis wohl eher ein Totemvogel mit gespreizten Flügeln. 1678 bis 1680 verließ er die Mi’kmaq wegen einer Sinnkrise, kehrte dann aber zurück – allerdings durfte er fortan den Winter in Québec verbringen. 1681 kehrte er zeitweise nach Frankreich zurück, wurde Priester bei Gouverneur <a href="Louis_de_Buade" title="Louis de Buade">Buade de Frontenac</a>. Wohl erst 1682 war er wieder bei den Mi’kmaq, 1686 verließ er sie endgültig.
</p><p>1691 wurde sein Bericht <i>Nouvelle Relation de la Gaspésie</i> in <a href="Paris" title="Paris">Paris</a> veröffentlicht, erneut 1692 in <a href="Lyon" title="Lyon">Lyon</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sein Orden hatte bereits 1615 den Grundsatz eingeführt, dass die Priester ausführlich berichten sollten; diesem Beispiel folgten später die Jesuiten. Der Bericht ist ausschließlich den Mi’kmaq der Gaspésie gewidmet, eine Bezeichnung, die er erstmals einführte. Darin behandelt er den Ursprung der Mi’kmaq, dann Geburt, Kleidung und Schmuck, Wohnung, Ernährung, Sprache und Religion, Glauben und Aberglauben, Herrschaft, Regeln und Gesetze, Ehe, Krieg, Jagd, Feiern und Tänze, Krankheiten und Sterben.
</p><p>Sein zweites Werk trug 1691 den Titel <i>Premier établissement de la foy dans la Nouvelle-France</i>,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> im selben Jahr erschien es unter <i>Établissement de la Foy</i>,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> schließlich hieß es in einer neuen Auflage des folgenden Jahres <i>Histoire des colonies francaises</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Anerkennung_als_Indianerstamm,_Reservatsfrage"><span id="Anerkennung_als_Indianerstamm.2C_Reservatsfrage"></span>Anerkennung als Indianerstamm, Reservatsfrage</h3></div>
<p>2008 war Linda Jean Simon Häuptling des 1972 vom <a href="Department_of_Aboriginal_Affairs_and_Northern_Development" class="mw-redirect" title="Department of Aboriginal Affairs and Northern Development">Department of Aboriginal Affairs and Northern Development</a> anerkannten Indianerstammes; ihr folgte 2011 Claude Jeannotte im Amt. Dem Stamm steht kein Territorium zur Verfügung, so dass rund drei Fünftel der Angehörigen in Gespeg, zwei Fünftel in <a href="Montr%C3%A9al" class="mw-redirect" title="Montréal">Montréal</a> leben. Das Ministerium erkannte im Oktober 2011 genau 527 Menschen als Angehörige der Nation Micmac de Gespeg an.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 2013 waren es 808.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Juli 2014 waren 708 Menschen als Angehörige der First Nation anerkannt.
</p><p>Die Geschichte der Missionierung durch Le Clercq ab 1675 war Anlass für den Versuch, in einem Museum, der <a href="Site_d%E2%80%99interpr%C3%A9tation_de_la_culture_Micmac_de_Gespeg" title="Site d’interprétation de la culture Micmac de Gespeg">Site d’interprétation de la culture Micmac de Gespeg</a>, den seinerzeitigen Lebensstil darzubieten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Geschichte_Qu%C3%A9becs" title="Geschichte Québecs">Geschichte Québecs</a></li>
<li><a href="Geschichte_der_First_Nations" title="Geschichte der First Nations">Geschichte der First Nations</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quelle">Quelle</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=cNFWOOPn-MwC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false">Chrestien Le Clercq: <i>Nouvelle relation de la Gaspésie</i></a>, Paris 1791.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20131116084256/http://www.gespeg.ca:80/english.html"><i>At Gespeg in the year 1675</i></a>, archive.org, 16. November 2013</li>
<li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20080919080446/http://www.migmawei.ca/english/gespeg.php">Website von 2008</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 19. September 2008 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) als Unterseite des Stammesrats (archive.org)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=cNFWOOPn-MwC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false">Digitalisat der Paris Ausgabe von 1691</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=bWMVAAAAQAAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false">Digitalisat der Ausgabe von 1691</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.de/books?id=bWMVAAAAQAAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false">Digitalisat</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach Informationen des Department of Aboriginal Affairs and Northern Development, First Nations Profiles, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20160301185239/http://pse5-esd5.ainc-inac.gc.ca/fnp/Main/Search/FNRegPopulation.aspx?BAND_NUMBER=53&lang=eng">La Nation Micmac de Gespeg</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 1. März 2016 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.aadnc-aandc.gc.ca/eng/1357840942194/1360165562671">Aboriginal Portal Canada</a>.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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